Wenn dich das Fernweh packt

Während die Tage hier grau und regnerisch sind, träumst du vielleicht davon, in ein weit entferntes Land zu fahren oder du planst deinen Urlaub für das nächste Jahr und weißt noch nicht genau, wohin?

Dann kann ich dir eine Reise nach Japan empfehlen, klar als studierter Japanologe liegt das irgendwie nah, nicht wahr. Und doch musst du keine Sprach- oder Landeskenntnisse mitbringen, um dieses spannende Land zu bereisen.

Japan gilt als sehr sicheres Land, zumindest was die Kriminalitätsraten angeht und tatsächlich habe ich mich bei meinen Reisen oder während meines Studienaufenthaltes dort nicht eine Sekunde unsicher oder bedroht gefühlt. Man kann sogar sein Gepäck unbeaufsichtigt stehen lassen ohne dass es gestohlen wird (ausprobieren musst du es dennoch nicht unbedingt). Die englischen Sprachkenntnisse vieler Japaner sind zwar relativ beschränkt und selbst von jungen Leuten versteht man nur selten, was sie versuchen, zu sagen, aber die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit und im Notfall begleiten sie dich sogar zu dem Ort, den du suchst.

Vielleicht hörst du oft, dass Japan sehr teuer ist. Es ist natürlich kein Billigland, aber bei weitem nicht so hochpreisig, wie man immer vermutet. Wenn du zu einer günstigen Zeit fliegst, kannst du einen Flug für 500 € bis 600 € ergattern (Hin- und Rückflug). Am schnellsten geht die Strecke mit Finnair (www.finnair.com), aber es gibt auch viele andere Möglichkeiten. Vermeide die Zeit um Neujahr, die erste Maiwoche und Mitte August, denn da sind wichtige Feiertage in Japan und viele reisen nach Hause. Auch sind dann die Hotels oft teurer.

Eine Unterkunft kannst du ganz bequem inzwischen über die gängigen Internetanbieter wie booking.com (www.booking.com) usw. buchen. Ich halte mich meist nur ein oder zwei Tage an einem Ort auf und reise dann weiter. Hierfür genügen mir meist die einfachen, aber ausreichenden Businesshotel-Ketten wie Toyoko-Inn (https://www.toyoko-inn.com/deutsch/index.html). Dort gibt es gute Einzel- und Doppelzimmer, ein kleines Frühstück, W-LAN und die Hotels befinden sich meist in Bahnhofsnähe, sind also gut erreichbar. Du findest sie im ganzen Land. Wenn du es lieber etwas traditioneller magst, kannst du dir eine Unterkunft in einer Pension (Ryokan) mieten, dort schläfst du dann mit einem Futon-Bett auf Tatamimatten und das angebotene Essen ist traditionell und gut. Da diese Ryokan manchmal nicht ganz billig sind, übernachte ich dort oft nur ein- oder zweimal, vor allem, wenn ich in einem Erholungsort oder auf dem Land bin. In den Städten begnüge ich mich gern mit den modernen Businesshotels.

Wenn du vorhast, im Land herum zu reisen (und das kann ich nur empfehlen), dann besorg dir vor Abreise einen Railpass. Den kannst du nur vorab in Deutschland beantragen und kaufen, wenn du in Japan ankommst, kannst du mit dem Voucher, den du erhältst, diesen dann direkt am Bahnschalter in deinen Railpass umtauschen. Angeboten wird er für Fahren von einer, zwei oder drei Wochen und berechtigt dich zu allen Fahrten mit den Linien der JR (Japan Railways). Dazu zählen auch die superschnellen Shinkansen-Züge und die bringen dich schwuppdiwupp quer durchs Land. Bisher habe ich dort noch nie eine Platzkarte gebraucht und dennoch immer einen Sitzplatz gefunden. Es genügt also, wenn du Geld für den Railpass ausgibst, extra Platzkarten brauchst du nicht.

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Japan übrigens unfassbar pünktlich! Praktischerweise kannst du so deine gesamte Reiseroute vor Abfahrt schon planen. Unter www.hyperdia.com kannst du alle Bahnverbindungen vorab recherchieren. Dort siehst du auch, ob ein Zug eine Linie der JR ist oder ob du zusätzlich Geld für private Bahnlinien einplanen musst.

Manchmal lohnt es sich auch, innerhalb des Landes einen Flug zu buchen, zum Beispiel wenn du auf die wunderschöne Insel Okinawa möchtest. Auch hier kannst du vorab in Deutschland Voucher für zwei bis fünf Inlandsflüge kaufen. Am besten fragst du da bei deinem Reisebüro nach, da die Voucher von der gleichen „Gruppe“ (Japan Airpass der Star Alliance oder JAL + oneworld, z.B. Finnair oder British Airways) sein müssen, wie dein Flug nach Japan.

Was auf jeden Fall etwas preiswerter ist als in Deutschland, sind Restaurants. Überall findest du leckere kleine Imbissbuden oder große Ketten mit allen möglichen japanischen Gerichten, von Sushi über Nudelsuppen über Currys bis zu Reistöpfen findest du sicher was Leckeres. Meist bekommst du grünen Tee oder Wasser kostenlos dazu. Das Essen ist qualitativ hochwertig, gesund und schmackhaft. Selbst für mich als Nicht-Fischesser war immer sehr viel dabei. Vegane Kost dürfte jedoch etwas schwierig werden, da fast alle Suppen und Saucen eine Fischbasis enthalten, vegetarisch oder auch mit Fleisch kannst du dich in Japan sehr gut verpflegen. Zusätzlich bieten die 24-Stunden Convenience-Stores wir Seven Eleven oder Lawson ein Angebot an Fertiggerichten, die dir auch nachts um drei noch vom freundlichen Personal erwärmt werden.

Die beste Reisezeit für Japan ist der Frühling, zur Zeit der Kirschblüte oder der Herbst, wenn sich das Laub rot färbt. Wer es aber gern richtig heiß mag, kann auch im Sommer reisen und auch für Skifahrer bietet Japan im Winter einiges. Überhaupt gibt es in Japan so viel Unterschiedliches zu sehen, dass ich mich kaum festlegen kann, was ich dir empfehlen könnte.

Tokyo und Osaka sind wilde, moderne Städte mit Leuchtreklamen und Hightech. Kyoto, die alte Kaiserstadt ist übersäht mit Tempelanlagen und auf jeden Fall eine Reise wert (leider sehen das viele Touristen ebenso). Die kleinen Orte an der japanischen Inlandssee bieten einen schönen Mix aus Moderne und Tradition, sind touristisch nicht so überlaufen, zeigen aber manchmal auch ihr traurig-verlassenes Gesicht. Okinawa- ich liebe es- bietet eine andere Seite von Japan. Die Busfahrer tragen Okinawa – „Hawaiihemden“ als Dienstkleidung und amerikanische Sonnenbrillen und die Uhren laufen hier langsamer und entspannter als im geschäftigen Rest von Japan. Und was gibt es sonst noch? Berge, Wälder, kleine Schreine und viele Feste, Wasserfälle und liebenswerte Dörfer, Reisfelder und natürlich das Wahrzeichen des Landes, den Vulkanberg Fuji. Es gibt Bambus und Kirschblüten, gutes Bier und leckeren Sake, eine der besten Küchen der Welt und Mädchen in Kimonos neben Cosplay-Jugendlichen im Park.

Wenn du vorhast, nach Japan zu reisen, schau einfach mal vorab im Internet, welche Gegenden dich interessieren könnten. Ich bereise zum Beispiel gern die Gegend um Osaka, die südlichen Inseln Shikoku und Kyushu und mache dann gern einen Abstecher nach Okinawa. Ich mag die kleinen, stillen Orte, wo noch das alte japanische Leben zu finden ist und obwohl ich dachte, mit all meinen Tätowierungen dort sicher auf Ablehnung zu stoßen (du weißt schon, die japanische Mafia Yakuza und so), habe ich gerade dort die freundlichsten und lustigsten Menschen meiner Reisen getroffen.

Im Foto-Blog findest du ein paar Eindrücke meiner Reise 2006, demnächst folgen noch Bilder von 2013.

Ja, es ist mal wieder an der Zeit, nach Japan zu reisen.