Das Glück aus Sicht der Neurowissenschaften

Die Glücksforschung sucht nach den Ursachen für menschliches Glücksgefühl. Dabei fanden Wissenschaftler heraus, dass bestimmte Faktoren das Empfinden von Glück steigern können, z. B. wirken sich die erfolgreiche Bewältigung von Anforderungen oder das Verstehen bisher unbekannter Zusammenhänge förderlich aus, aber auch an seine Grenzen zu gehen und sich auszutesten, kann für Glücksgefühle sorgen! Gut scheint zu sein, wenn sich Bekanntes mit noch Unbekanntem mischt und wenn wir dann mehr in Erfahrung bringen, also Neues lernen und denken: „ah super, ich hab‘s!“, Dann empfinden wir Glück. Experimente zeigten, dass die Empfindung bei überraschenden Erfahrungen sogar noch stärker ist, als bei erwarteten. Angenehme Überraschungen führen also zu mehr Glücksbotenstoffen im Gehirn und voilà, wir sind happy.

Vielleicht ist das die Gelegenheit einem Menschen, den du gern hast, mal spontan eine kleine Freude zu machen: Verschenke einen kleinen Glücks-Kick!

Schaut man mal, wie das Gefühl „Glück“ überhaupt in uns Menschen entstanden ist, so geht die Forschung inzwischen davon aus, dass es sich um eine ziemlich clevere Evolutionsstrategie handelt, um gegen Trägheit und Unlust erfolgreich zu sein. Damit wir uns also überhaupt anstrengen, mal vom Sofa aufstehen und wenigstens ab und zu Lust haben, etwas Neues zu lernen, wird die Anstrengung mit Glücksempfinden belohnt. Das ist so ähnlich wie wenn man Kinder mit Taschengeld lockt, damit sie ihr Zimmer aufräumen.

Im Gehirn empfinden wir dieses Glück wahrscheinlich im Belohnungszentrum, so ganz genau weiß das aber die Neurowissenschaft noch nicht. Je nach Sinneseindruck sind außerdem unterschiedliche Areale beteiligt sein. Das heißt, die Freude über leckere Schokolade wird woanders verarbeitet, als das Bildnis des oder der Liebsten, Musik wirkt in anderen Regionen als der liebliche Duft von Rosen. Ist eben eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, dieses menschliche Gehirn. Alle Einzelprozesse, die im Gehirn ablaufen, sind jedoch bis heute nicht vollkommen geklärt.

Einfach ausgedrückt, sorgt ein Cocktail aus sog. Opioiden, wie Endorphinen, Noradrenalin, Serotonin und Dopamin dafür, dass wir uns euphorisch fühlen. Vor allem der Neurotransmitter Dopamin ist entscheidend, er sorgt dafür, dass das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird. In der Computer Tomographie (CT) kann man das sehen. Dieser „Glücksbotenstoff“-Mix löst angenehme Gefühle aus und sorgt dafür, dass wir uns motiviert und gut fühlen. Wenn unser Verhalten oder unsere Erfahrungen irgendwie dazu führen, dass Dopamin ausgeschüttet wird, legt das Belohnungszentrum richtig los und wir empfinden Glück und Freude. Dies geschieht auch und sogar länger anhaltend, wenn wir uns akzeptiert fühlen oder angenehme zwischenmenschliche Beziehungen führen. Was uns also viel glücklicher macht als Konsum, Geld oder Schokolade (naja, obwohl, ein bisschen glücklich macht die ja schon), sind soziale Akzeptanz, Freundschaft und Wertschätzung, sagt die Neurowissenschaft.

 

 

Quellen: https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/gluecksforschung/14488

https://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/61181/

https://www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/was-passiert-im-gehirn-wenn-wir-gluecklich-sind

https://www.gluecksforschung.de/Botenstoffe.htm

 

Das Glück und die Hirnforschung. Glücksquelle Mitmensch: Eine neurowissenschaftliche Perspektive

Prof. Dr. Joachim Bauer, Universitätsklinik Freiburg im Breisgau